Die Privatbahn von Jakob Muschong,
benannt von den Busiascher
Die „Kleine Bahn“


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Jakob Muschong

Jakob Muschong
•1868 †1923
Bild von 1916
Künstler: Kossak

Jakob Muschong
•1868 †1923
Besitzer des Kur- und Heilbades Busiasch
Gründer und Besitzer der Privatbahn

Der Streckenbau begann laut Adalbert Weigang 1912. „Etelka“, die erste Lok die für diese Strecke beschafft wurde, ist anfangs nur für den Bau der Strecke eingesetzt worden. Die Waggons mit Schotter, Eisenbahnschienen und Schwellen wurden mit ihrer Hilfe vom Busiascher Bahnhof zur heranwachsenden Streckenbaustelle, in Richtung Kurpark befördert. Im Laufe des Jahres 1919 war der Bau der Strecke abgeschlossen und in Betrieb genommen. Muschong beschaffte für die Beförderung seiner Badegäste zwei Personenwägen und für den Transport von Mineralwasser und CO2-Behälter (Kohlendioxid) wie auch für das Gepäck der Badegäste, einen Güterwagen. Dieser trug die Aufschrift „Vagon de bagaje“ (zu Deutsch: Gepäckwagen) und wurde daher von der Bevölkerung auch „Packelwagen“ genannt.

Die „Kleine Bahn“ in der Haltestelle „Gara Ileana“
Die „Kleine Bahn“ in der Haltestelle „Gara Ileana“. Im Hintergrund ist der Park zu erkennen.
Die Lok „Etelka“ befördert ihre drei Wägen, Gepäckwagen, Sommerwagen und am Ende
des Zuges der Winterwagen, zum Busiascher Bahnhof. Der Schaffner Mitru-Bácsi,
signalisiert dem Lokführer Karabensch, freie Fahrt. Das Gebäude der Haltestelle ist leider
auf dem Bild nicht zu sehen, befindet sich jedoch rechts hinter den Personen.

Die zwei Personenwägen wurden abwechselnd eingesetzt. In der kalten Jahreszeit wurde ein Wagen mit kleinen Fenstern und einen Ofen eingesetzt. Der zweite Wagen aus Muschongs Privatbahn, war eine neuere Anschaffung mit großen Fenstern und ohne Heizung. Damit wurden die Fahrgäste in den warmen Sommermonaten befördert. Einer der zwei Waggons war in der Regel am Hauptgleis vor dem Prellbock abgestellt. In Ausnahmefälle wurden beide Wägen eingesetzt. Zur Beförderung der Badegäste wurden pro Tag 4-5 Fahrten zum Busiascher Bahnhof durchgeführt. Der Gütertransport wurde zum Teil mit der Personenbeförderung durch Ankopplung des Gepäckwagens verbunden.

Alltagsrummel am Bahnhof im Kurpark
10. August 1939. Alltagsrummel am Bahnhof im Kurpark. Vor der Lok ist der alte Weg über
den Gleisen als Eingang zum Kurpark zu sehen. Dieser führte über die ehemalige
Bogenbrücke an der Mineralquelle vorbei.
Das Schilf im Hintergrund deutet auf die Reste des St. Anton Sees hin.
- Sammlung Margarethe Hauer -

Schaffner Mitru-Bácsi vor dem Winterwagen im Kurpark
Das Bild zeigt den Sommerwagen gekoppelt mit „Etelka“ am Busiascher Bahnhof auf Gleis 1
Schaffner Mitru-Bácsi vor dem Winterwagen im Kurpark.
Auf dem Wagendach ist der Rauchfang vom Ofen des
Wagens gut zu erkennen.
- Sammlung Ion Jurca -
Das Bild zeigt den Sommerwagen
gekoppelt mit „Etelka“ am Busiascher
Bahnhof auf Gleis 1. Rechts der
Strecke ist das Straßengeländer
gut zu erkennen. Schaffner
Mitru-Bácsi und Lates stehen
neben den Zug.
- Sammlung Ion Jurca -

Die Wägen waren nicht an der Lokbremse angeschlossen. Die Abbremsung des Personenwagens war unter anderem die Aufgabe des Schaffners, der durch Betätigung einer Kurbel die Bremse des Wagens in Bewegung setzen konnte. Der Gepäckwagen besaß überhaupt keine Bremse. Insbesondere bei der Einfahrt im Busiascher Bahnhof, wo es bergab ging, war es dringend erforderlich den Zug abzubremsen.

Der Sommerwagen am Busiascher Bahnhof
Der Winterwagen am Busiascher Bahnhof
Der Sommerwagen am Busiascher Bahnhof.
Fahrgäste steigen ein.
- Sammlung Ion Jurca -

Der Winterwagen am Busiascher Bahnhof.
Angekoppelt ist die Motorlok „George“.
Im Bild die zwei Schaffner
Mitru-Bácsi (links) und Lates (rechts).
- Sammlung Ion Jurca -

„Etelka“ – Die Technik:

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Ein langer „ungarischer“ Schornstein bewirkte auch bei geringer Geschwindigkeit eine gute Feueranfachung.
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Die Maschine war eine Zweizylinder - Nassdampf -Tenderlokomotive mit einfacher Dampfdehnung
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Die Lokomotive wies eine sehr gute Kurvengängigkeit auf
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Werksnummer: 1598
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Baujahr: 1885
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Liefertermin: Zwei vorher gebauten Loks mit den Werksnummern 1595 und 1596 (Schmalspurlokomotiven) wurden am 10.07.1885 bzw. am 10.09.1885 geliefert. „Etelka“ mit der Werksnummer 1598 muss wahrscheinlich gegen Ende des Jahres 1885 fertiggestellt und ausgeliefert worden sein.
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Spurweite: 1.435 mm
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Länge über Puffer: 6.100 mm
»
Achsstand: 1.650 mm
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Dienstgewicht: 15 t
»
Bauart: Bn2t (B = 2 Treibachsen, n = Naßdampflokomotive, 2 = 2 Dampfmaschinen, t = Tenderlokomotive)
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Typ: XXXVn (von dieser Type wurden insgesamt nur vier Stück gebaut. Das heißt, es existierten nur noch drei Maschinen die genau wie „Etelka“ aussahen. S. auch Lieferliste.)
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Empfänger: Bau Munkács Beszkider Eisenbahn (Neuanschaffung)
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Bremse: Mechanisch mittels Gegengewicht
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Kesselbetriebsdruck: 6 Atü
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Raddurchmesser: 1000 mm
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Beleuchtung mittels Öllampen
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Fahrgeschwindigkeit: ca. 30 Km/h
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Leistung: 40 ch/PS

Etelka
- Sammlung Adalbert Weigang -

Die Dampflok „Etelka“ war offensichtlich auch für Kinder eine reizvolle Attraktion. Auf dem Bild rechts ist Ing. Nicolae Moise, der ehemalige Direktor der Temesvarer Bierbrauerei, als 8-Jähriger Junge zu sehen.

 

 

 

 

Der Winterwagen im Kurpark, angekoppelt an der Motorlokomotive „George“

Die Dampflok „Etelka“ war offensichtlich auch für Kinder eine reizvolle Attraktion
- Sammlung Ion Jurca -
- Sammlung Ing. Nicolae Moise -
Der Winterwagen im Kurpark, angekoppelt an der Motorlokomotive „George“. Mitru-Bácsi begleitet seine Fahrgäste aus dem Wagen. Die Schlusslampe oberhalb des Wagenpuffers signalisiert durch Rotlicht das Ende des Zuges.

Die Beziehung zwischen der Dampflokomotive und dem Namen „Etelka“ ist uns leider nicht bekannt. Es handelt sich hierbei um einen ungarischen Mädchennamen, zu deutsch: Adelheid. Die Strecke Busiasch - Kurpark wurde auch nach der Nationalisierung, bis zum Jahre 1954 von der Dampflok „Etelka“ befahren. (Adalbert Weigang )

„George“ – Die Technik:

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Hersteller: DEUTZ
Skizze
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Bauart: B = 2 Treibachsen
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Werksnummer: unbekannt
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Baujahr: ca. 1912
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Motor: DEUTZ
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Leistung: 35 PS
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Krafftstoff: Schwerbenzin
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Raddurchmesser: 680 mm
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Spurweite: 1.435 mm
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Länge über Puffer: 6.000 mm
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Achsstand: 1.600 mm
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Dienstgewicht: 12,4 t
»
Fahrgeschwindigkeit: ca. 20 Km/h

Einige Personen die an der „Kleinen Bahn“ Dienst leisteten:

Lokführer: Ioan Lazar, Johann Karabensch
Arpad Belasin (Ersatzlokführer)
   
Heizer: Krinius Arway
Josef Löffler (Schlosserlehre bei Muschong)
   
Schaffner: Josef Roneck
Mitru- Bácsi
Csomos-Bácsi
   

Pandur im Kurpark: (Parkwächter)

Lica-Bácsi
  Franz Bugler

Vergrößerung Ottmar Löffler
Das Bild rechts zeigt den Schaffner der „Kleinen Bahn“ Dumitru Jurca (Mitru-Bácsi) in winterliche Dienstbekleidung
- Vergrößerung Ottmar Löffler -
- Sammlung Ion Jurca -
Das Bild rechts zeigt den Schaffner der „Kleinen Bahn“ Dumitru Jurca (Mitru-Bácsi) in winterliche Dienstbekleidung. Der Besitzer des Bildes, Ion Jurca ist der Sohn von Mitru-Bácsi.

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