Der Gütertransport
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Teil 1. Vor der Nationalisierung. (Beitrag von Josef Löffler)
Muschongs Mineralwasser Borwiz wie auch das CO2 (Kohlendioxid) wurde mit Hilfe der Bahn im ganzen Land vermarktet.

Der „Packelwagen“ hinter der Dampflok „Etelka“ in der Haltestelle „Gara Ileana“
  Die abgefüllten Mineralwasserflaschen wurden liegend und mehrschichtig in speziellen Holzkisten mit einem Fassungsvermögen von 50 bzw. 100 Flaschen verpackt. Als Brechschutz wurde Stroh verwendet. Die Holzkisten wurden dann entsprechend verschlossen und als Postsendung verschickt. Die abgefüllten CO2 Behälter wurden ebenfalls auf dem Postweg verschickt, allerdings ohne Verpackung. Als Transportmittel zum Busiascher Bahnhof verwendete Muschong, den zur Verfügung stehender Gepäckwagen, von der Bevölkerung auch „Packelwagen“ genannt.
Der „Packelwagen“ hinter der Dampflok „Etelka“ in der
Haltestelle „Gara Ileana“.

Teil 2. Nach der Nationalisierung.
In den 60’er Jahren als die Planwirtschaft die Produktion von Mineralwasser erhöht hatte, waren es ganze Güterzüge mit Waggons die zur „Apemin“ befördert werden mussten. Einige mussten auch im Kurpark abgestellt werden. In der warmen Jahreszeit nutzte man zum Transport des Mineralwassers herkömmliche Güterwaggons. Da in der kalten Jahreszeit Frostgefahr für das abgefüllte Mineralwasser bestand, setzte die CFR zweiachsige thermoisolierte Güterwaggons ein (siehe Foto). Die Wände dieser Waggons wurden in der warmen Jahreszeit mit Eisblöcken befüllt und somit für den Transport von leicht verderblichen Lebensmitteln tauglich gemacht. Als Beispiel dazu können wir den Fleischexport nennen. Auf der Regionalstrecke Temesvar – Busiasch – Lugosch gab es zu dieser Zeit einen lokalen Güterzug, gezogen von einer Tenderlokomotive der Baureihe 131.000 (siehe Foto) mit Lokführer und Heizer aus den Bahnbetriebswerken Temesvar oder Lugosch. Zu einer bestimmten Uhrzeit funktionierte dieser sogar als Mischzug (Güter und Personen).

Die Lok dieses Zuges kam 1- bis 2-mal die Woche mit Güterwaggons im Kurpark zur „Apemin“ und führte im Bahnhof „Busias Bai“ auch einen Großteil der erforderlichen Rangierarbeiten durch. Die Fahrt vom Busiascher Bahnhof bis zum Kurpark wurde nicht wie eine normale Zugfahrt von einem Bahnhof zum anderen geführt, sondern als lokale Rangierfahrt. Das Kommando hieß auf Rumänisch: „Manevra în Bai!“ (der Rangierdienst im Kurpark!).

Die Hauptaufgabe des Lokpersonals während der Rangierarbeiten war nur die Dampflokomotive zu steuern. Um das eigentliche Rangieren musste sich das Personal der „Kleinen Bahn“ kümmern. Aufgaben wie Weichenstellen, Kommandos mit der Trillerpfeife oder mit der gelben Fahne, an- und abkoppeln der Waggons, kurze Pfeiftöne der Lok vor jeder Anfahrt, begleiteten das Spektakel im kleinen Kopfbahnhof im Kurpark. Wenn der Abschluss der Rangierarbeit mit der Abfahrtszeit der „Kleinen Bahn“ übereinstimmte, wurde auch noch der Triebwagen samt Anhänger am Schluss des Güterzuges angekoppelt. Die „Kleine Bahn“ ließ sich dann mit abgestelltem Motor (kalt) zum Busiascher Bahnhof mitziehen.

Die Beladung der schon moderneren Thermoisolierten Waggons der rumänischen Staatsbahn CFR
Lokomotiven der Baureihe 131.000
Die Beladung der schon moderneren Thermoisolierten Waggons der rumänischen Staatsbahn CFR auf dem Garagengleis im Hofe der „Apemin“.
Lokomotiven der Baureihe 131.000 setzte die CFR zur Güterbeförderung zwischen „Apemin“ und Busiascher Bahnhof ein.

Als die rumänische Staatsbahn immer mehr Diesel- und E-Loks für die Personenbeförderung einsetzte, wurden die großen Dampfloks der Baureihen 150.000, 324.000, 230.000 und 142.000, vor ihrer kompletten Ausmusterung, auf Nebenstrecken für den Gütertransport eingesetzt. Somit wurden die kleinen wendigen Tenderloks der Baureihe 131.000 durch große und schwere Schlepptenderloks ersetzt. Vermutlich war das auch der Grund, warum die CFR auf der Strecke Busiasch - Kurpark ganz plötzlich eine kleine Diesellok der Baureihe 20.000 einsetzte. Triebwägen durften ja nicht zum Gütertransport eingesetzt werden. Dennoch war es nicht selten der Fall, dass der Rangierdienst mit so einer großen Dampflokomotive bis in den Kurpark kam. Eine Dampflok der Baureihe 50.000 musste sogar an der Kurve vor dem Olácsi-Haus wieder zurücksetzen. Diese Baureihe war nicht für enge Kurven ausgelegt und zeigte Entgleisungsgefahr. Die Baureihen 150.000, 324.000 und 230.000 haben diese Kurve jedoch problemlos geschafft. Von einer Schnellzuglok der Baureihe 142.000 wurde diese Strecke nie befahren.

Der Gütertransport auf der Strecke Busiasch - Kurpark war nicht nur auf den Transport von Mineralwasser beschränkt. Bekannterweise lag auf dieser Strecke auch die Holzhandlung und die Verladerampe der Busiascher Militäreinheit. Der lokale Rangierdienst versorgte auf dem Schienenweg die Holzhandlung mit Brennholz, Braunkohle und Kohlebriketts für die Busiascher Bevölkerung. Auf der vorhandenen Rampe verlud die Militäreinheit ihre Panzer und Kanonenge-
schütze, auf spezielle Waggons.

Die alte Holzhandlung gegenüber des Hauses Olácsy (auf der anderen Seite der Strecke) funktionierte nur bis Ende der 50’ er Jahre. Diese wurde ebenfalls auf dem Schienenweg mit Brennstoffen versorgt.

Der Hinterhof von „Apemin“ in den 60‘er Jahren.

Renovierungsarbeiten am Wasserturm
Coanda Gheorghe (Lkw-Fahrer Apemin) und Molnar Pischta (Apemin-Schreiner) rechts, unterhalten sich gerade über die Qualität des Busiascher Produktes
Renovierungsarbeiten am Wasserturm.
Links im Bild ist das Bahnhofsgebäude
im Kurpark zu erkennen.
Coanda Gheorghe (Lkw-Fahrer Apemin)
und Molnar Pischta (Apemin-Schreiner)
rechts, unterhalten sich gerade über die
Qualität des Busiascher Produktes.

Links im Bild ist das hintere Tor der „Apemin“ zu sehen
Links im Bild ist das hintere Tor der „Apemin“ zu sehen. Dieses ermöglichte allerdings nur eine Zufahrt auf Schienen. Ebenfalls links im Bild sind auch Dächer von Thermoisolierten Waggons zu erkennen.

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